Man hat der Kirche oft vorgeworfen, die Menschen auf den Himmel zu vertrösten, damit im Windschatten dieser Vertröstung es die Reichen und Mächtigen einfacher haben, die einfachen Menschen zu unterdrücken.
Ob das jetzt gerechtfertigt ist oder nicht, das heutige Fest ist sozusagen der feierliche Schlußpunkt, wenn wir uns mit dem Leben der Gottesmutter beschäftigen.
Man hat ja oft gesagt, Maria sei so etwas wie der Prototyp des erlösten Menschen, an Maria können wir uns ein Vorbild nehmen, wenn wir uns fragen, wie es denn auszusehen hat, so ein christliches Leben.
Wenn wir uns jetzt auf die Spuren Marias machen, sozusagen nach dem Motto “per mariam ad Jesum”, dann ist dieses Fest also der Schlußpunkt, ein feierlicher Höhepunkt, aber begonnen hat das ganze viel viel unspektakulärer.
In einer kleinen Provinz des großen römischen Reiches, abgelegen von allen Machtzentren, sagt eine junge Frau “Ja” zum Willen Gottes. Sie macht sich bewußt auf einen Weg, von dem sie nicht weiß, wo er hinführen wird, und was sich da so alles ereignen wird.
Aber mit diesem “fiat” macht sie sich auf den Weg. Und ich glaube, man darf sich die “Befolgung des Willens Gottes” nicht etwa so vorstellen, dass man bei jeder Entscheidung jemanden hat, den man um Rat fragen kann, nein nein, da ist sehr viel eigener Wille und Kreativität dabei, wenn man dem Willen Gottes folgen möchte.
Aber auch, dass man akzeptiert, wenn es mal nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat, eben ein Einwilligen in die Vorsehung.
Aber eines bin ich mir sicher: Wenn wir Maria heute fragen würden, ob sie es wieder so machen würde, dann würde sie aus ganzem Herzen “Ja” dazu sagen.
Meint
Christoph Peter